Mit Elektrolokomotiven durch den Tunnel düsen

Elektrolokomotiven (E-Loks) sind Zugmaschinen der Eisenbahn, die einzig einen elektrischen Antrieb benötigen. Ohne diesen handelt es sich ansonsten um dieselhydraulische, dieselelektrische oder dampfelektrische Lokomotiven. Mit Strom versorgt werden diese selbst durch Tunnel düsenden E-Loks meist durch Oberleitungen, die über dem Gleis verlaufen, teils aber auch durch Stromschienen oder elektrische Triebköpfe. Zu den Elektrotriebzügen mit Triebköpfen zählen z.B. die ersten ICEs (1 und 2), die ersten S-Bahnen in Zürich und der spanische Hochgeschwindigkeitszug S-102.

Eine E-Lok besteht aus einem Kasten, der von einem Laufwerk getragen wird und der einen an den Seitenwänden angeschweißten Hauptrahmen besitzt sowie abnehmbare Dächer und Führerräume, die sich an beiden Enden befinden; dazwischen verläuft der Maschinenraum. In diesem stehen die elektrischen Steuer-, Schalt- und Übertragungsanlagen sicher hinter Gittern oder in verschlossenen Schränken. Der Zugang zum gefährlichen Hochspannungsbereich, wo sich die Hochspannungsmotoren befinden, ist nur per Schlüssel zu öffnen, und das auch nur dann, wenn der Stromabnehmer gesenkt und die Elektrik geerdet wurde. Angetrieben werden die Loks dann entweder mit einem Einzelachsantrieb oder einem Gruppenantrieb mit Gleich-, Dreh- oder Einphasenwechselstrom. Getragen wird der Fahrmotor von der Achse und vom Drehgestellrahmen, so dass er jedoch mit seinem gesamten Gewicht auf den Rädern liegt. Die Schienen müssen also einiges aushalten. Aus diesem Grund werden die Motoren für höhere Geschwindigkeiten komplett am Drehgestellrahmen oder Lokkasten aufgehängt, um die Stöße auf das Gleis abfedern zu können.

Moderne Elektromotoren in speziell angepassten Wicklungen sind hier im Einsatz und verwenden nur noch einen Transformator, an dem Traktionsstromrichter und Hilfsbetriebsumrichter angebracht sind. Diese wandeln den Gleich- oder Wechselstrom in Dreiphasenwechselstrom mit einer variablen Frequenz um und versorgen auf diese Weise die Drehstromfahrmotoren. Auf einer Reise im Luxuszug merken die Passagiere davon freilich kaum etwas. Wenn sie auf Ihren Schlafsofas im Schlafwagen Platz nehmen und noch ein Buch zur Hand nehmen, wird sie das Ganze recht wenig interessieren. Doch ist es auch mal ganz schön, einen Blick in die Technik zu werfen, um zu wissen, wie alles aufeinander abgestimmt ist, damit die E-Lok „wie am Schnürchen“ durch den Tunnel düst.

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