Was tun, wenn mein Kind Platzangst hat?

Kindern wird heutzutage einiges zugemutet. Egal, ob akustische Belastung, zu viele Menschen oder der ständige Verkehr, Kinder stehen fast überall unter Stress. Oft reagieren Kinder so, dass sie den Stress nicht in den Situationen selber abbauen, sondern auf geordnete Momente übertragen. So ist es nicht gerade selten, dass Kinder eine gewisse Platzangst ausbilden. Eltern sollten diesen Umstand nicht verharmlosen, sondern verständnisvoll darauf reagieren. Wo es ihnen möglich ist, dürfen sie dieser Angst ein Stück weit entgegenkommen, um dem Kind zu signalisieren, dass es in den entsprechenden Situationen nicht verlassen wird. Im Grunde ist das Verhalten der Eltern nicht anders, als wenn es für das Kind beim Einschlafen das Licht auf dem Flur anlässt, damit es sich an die Dunkelheit gewöhnen kann.

Zu Hause lässt sich darauf noch relativ leicht reagieren. Was aber, wenn man unterwegs ist und die Angst des Kindes anfängt, die Routinen der ganzen Familie zu beeinflussen? Nun, auch hier lässt sich Erleichterung schaffen. Das fängt schon bei zu enger Kleidung an. Rollkragenpullover, Hosenträger, allzu modisch steife und eng anliegende Kleidung sollten vermieden werden. Das ist nicht nur eine Frage der Bewegungsfreiheit, sondern auch des subjektive Gefühles, frei durchatmen zu können. Auch das Auto ist ein doppelt abgeschlossener Raum mit seiner Karosse und dem Autositz plus Gurt. Manche Babyautositze im Internet bieten mehr Bewegungsfreiheit, ohne die Sicherheit einzuschränken.

Ich sage diese Dinge nicht aus Spaß, sondern weil ich einige Erfahrung damit habe. Bei meinem eigenen Jungen bemerkte ich sein Unwohlsein erst so richtig, nachdem ich ihn auf eine unserer Entdeckungstouren im Schacht mitgenommen hatte. Daraufhin stoppte ich die Besuche und überlegte, wie ich ihm das Leben leichter machen könnte und ich fand heraus, dass die Toleranz gegen enge Räume stark auf die allgemeinen Voraussetzungen verteilt war. Wenn die allgemeinen Bedingungen vorher nicht belasten, überwältigt ihn die Angst vor Ort nicht so sehr. Aber natürlich haben wir unsere Besuche im Schacht trotzdem eingeschränkt. Er bestimmt, ob er will oder nicht und gewöhnt sich in seinem eigenen Tempo daran.  
 

Kommentar hinterlassen